Sie können nicht alles schaffen!

Die gute Nachricht: Sie brauchen es auch nicht.

Kennen Sie diese Sätze:

„Du kannst alles schaffen.“ „Wenn ich es geschafft habe, kannst Du das auch.“  „5.000 neue Leser in vier Wochen.“ „So verdoppeln Sie Ihr Einkommen in einem Monat.“ „Alles ist möglich mit …“

Wahnsinn. Kaum ein Tag, wo auf Facebook, Xing oder im meinem E-Mail-Postfach nicht eine Nachricht mit entsprechendem Titel landet. Geht es Ihnen auch so, dass Sie beim Lesen fast atemlos werden und sich wie ein armes, dummes Würstchen fühlen, weil scheinbar alles ganz leicht möglich ist: Eine glückliche Familie mit fröhlichen Kindern, Hund und Katz. Dazu der super spannende Job, den Sie locker flockig von zu Hause oder zumindest den schönsten Plätzen der Welt erledigen. Mit 7-stelligem Einkommen natürlich. Dabei machen Sie jeden Tag Sport, Yoga, meditieren Sie und ernähren sich gesund.

Sie sehen die Bilder und fühlen sich mies

Weil Sie gerade Streit mit Ihrem Partner haben, die Kinder in der Pubertät sind, der Hund Flöhe hat, Sie seit Wochen keine Zeit für Sport, Kino oder einfach nur Kuscheln hatten, und sich Ihre Arbeit auf dem Schreibtisch türmt? Und vielleicht jetzt noch eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben müssen. Und sich zudem noch schlecht fühlen, weil Sie es nicht auf die Reihe bringen oder nicht genügend meditiert, visualisiert haben oder einfach ein mieses Karma haben.

Lebenszufriedenheit statt Zwang zum Glück

Wir leben in einer Gesellschaft, in der scheinbar alles machbar ist und alle glücklich sein müssen. Für mich persönlich und in meiner Arbeit als Coachin spreche ich lieber von Lebenszufriedenheit. Das umfasst die Glücksmomente im Leben ebenso wie die Bewältigung von Krisen, Perspektiven für die Zukunft und Werte, die man für sich entwickelt hat, und vor allem ein gutes Umgehen mit sich selbst.

Im Buddhismus heißt es: Leben ist Leiden. Damit ist zum einen gemeint, dass wir alle früher oder später mit Krankheit, Alter oder Tod zu tun haben werden. Das beinhaltet das Menschsein an sich. Für manches können Sie selber sorgen, manches fällt Ihnen zu und manches gelingt nicht. Damit gilt es dann umzugehen.

Zum anderen ist damit auch gemeint, dass wir darunter leiden, wenn wir nicht bekommen, was wir unbedingt wollen oder, wenn wir bekommen, was wir nicht wollen.

Das kann sein: Sie sind unzufrieden in Ihrem Job und sind auf der Suche. Doch der Traumjob lässt auf sich warten. Oder aber Sie wollten schon immer eine Arbeit, die mit viel Reisen verbunden ist, weil Sie gern unterwegs sind. Und Sie finden eine entsprechende Stelle. Und merken dann ziemlich schnell, dass es nicht das ist, was Sie sich vorgestellt haben. Zuviel Stress, kaum Zeit für Freunde und Familie und die Hotels sind eher in der Pampa. Und für Ihr Hobby Kochen haben Sie auch kaum mehr Zeit, daher die Fertigpizza 😉

Was wollen Sie wirklich?

Welche Bedürfnisse wollen Sie sich unbedingt erfüllen? Was hat Priorität? Wir gewinnen Lebenszufriedenheit, wenn wir wissen, wofür bzw. warum wir etwas machen.

Für das gerade genannte Beispiel kann das bedeuten:
Sie sind unzufrieden im Job und Sie werden solange suchen, bis Sie das Richtige für Sie gefunden haben. Doch für Sie ist klar, dass Sie solange bleiben, weil Sie im Moment die Sicherheit eines regelmäßigen Einkommens brauchen, z.B. um Ihre Familie zu versorgen. Dann ist Sicherheit im Moment Ihr Bedürfnis, das Sie sich erfüllen.

Es kann aber auch sein, dass Sie sagen: Ich habe Rücklagen, ich kündige, denn was Neues finde ich bestimmt, wenn ich mehr Zeit zum Suchen habe bzw. vorher mache ich noch den Trip nach Asien. Dann ist Ihnen Freiheit oder auch Entdeckerfreude wichtig.

Beides kann genau das Richtige sein. Oder etwas ganz Anderes. Was, das können nur Sie für sich entscheiden. Und auch wieviel Sie gleichzeitig stemmen wollen.

Also: Machen Sie, was SIE wollen. Leben Sie nach Ihren Werten und Zielen und vor allem seien Sie freundlich und mitfühlend mit sich. Fehler, Krisen gehören zum Leben dazu.

Kleiner Impuls: Wenn ich jetzt freundlich zu mir wäre, was würde ich jetzt tun?

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